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Lohsdorf

"Welch schöne cultivierte Flächen, umgeben mit waldigen Gebirgshöhen"
so schrieb der Pfarrer und Heimatforscher Götzinger 1812


 

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Lohsdorf – der Ort und seine Besonderheiten

Der kleine Hohnsteiner Ortsteil liegt zwischen Hohnstein und Sebnitz im Landschaftsschutzgebiet und grenzt im Südwesten an den Nationalpark Sächsische Schweiz. Der Ort wurde um 1200 besiedelt, erstmals erwähnt wurde Lohsdorf 1445 als Ludwigsdorf.

Auf der Hauptstraße von Hohnstein kommend, passiert man zunächst unseren an der Durchgangsstraße gelegenen Ortsteil „Sorge“, eine Bezeichnung, die sich von „Zarge“, also „Rand“ ableitet. Die Sorge bildet den Ortsrand unseres Dörfchens.

Eine Brücke über den Schwarzbach führt in das Dorf hinein, das sich in ein ruhiges Seitental des Schwarzbachtales schmiegt. Die „Alte Böhmische Glasstraße“ führt gemächlich durch das Dorf bergan, an dessen Dorfbach im Frühjahr herrliche Brunnenkresse wächst. Auf der mittelalterlichen Handelsstraße transportierte man aus Halle an der Saale über Leipzig und Dresden Salz nach Böhmen und holte dort böhmisches Glas. Die Häuser entlang der Straße sind schmuck, oft von schönen Gärten umgeben. Im Dorf stehen noch etliche alte Fachwerkhäuser. Frisch renovierte Ferienhäuser und –wohnungen warten auf Gäste. Auf der Höhe hinter den letzten Häusern eröffnet sich ein phantastischer Ausblick weit nach Tschechien hinein. „Welch schöne cultivierte Flächen, umgeben mit waldigen Gebirgshöhen!“, schreibt der Neustädter Pfarrer und Heimatforscher 1812 über unsere unmittelbare Umgebung. (Götzinger, S. 135)

Am Ortseingang direkt am Schwarzbach befindet sich der wieder aufgebaute Lohsdorfer Bahnhof mit der Schauanlage, die der 1995 gegründete Schwarzbachverein e.V. errichtet hat. Der Verein betreibt den Wiederaufbau der alten 1951 abgebauten Schmalspurbahn durch das Schwarzbachtal und bietet auch geführte Wanderungen entlang der alten Bahntrasse an. Der Wanderweg in das romantische Schwarzbachtal beginnt ebenfalls am Ortseingang. Mit etwas Glück kann man im Schwarzbachtal den Flug des seltenen Schwarzstorches beobachten. Durch das Schwarzbachtal führte im Mittelalter die Verbindung zwischen der Burg Hohnstein und den Orten Altendorf und Mitteldorf an der Hohen Straße, die ebenfalls ein wichtiger Handelsweg war. Strategisch günstig, unweit der Mündung des Schwarzbaches in die Sebnitz, stand einst die alte Burg Schwarzberg. Der alte Name geriet in Vergessenheit. Als „Goßdorfer Raubschloss“ erscheint die Burg in verschiedenen Sagen. Die Ruinen, die wir heute sehen, sind ein Produkt der Spätromantik. 1861 ließ Herr von Lüttichau aus Ulbersdorf die romantischen Ruinen errichten. Diese Baumaßnahme veranschaulicht trefflich, dass unsere Landschaft eine Entdeckung des 19. Jh. ist.

Lohsdorfs höchste Erhebung ist der Gickelsberg (413m). Von dort bietet sich ein großartiger Blick in die Sächsische Schweiz. Anders als der Name zunächst vermuten lässt, hat die Bezeichnung unseres Hausberges nichts mit Hühnern zu tun. Wilhelm Leberecht Götzinger schreibt noch „Kikelsberg“ (S. 134), womit die Kegelform des Berges angesprochen wird, die den Gickelsberg eindeutig als basaltischen vulkanischen Berg ausweist. Basaltisch sind beispielsweise auch der Berg der Burg Stolpen und die Winterberge. In der Sächsischen Schweiz werden die basaltischen Berge unterschieden von den Tafelbergen des Sandsteines, den „Steinen“. Besuche auf der Burg Stolpen und im Nationalparkhaus in Bad Schandau können die geologischen Besonderheiten unserer Region deutlicher veranschaulichen. Auf dem Lohsdorfer Gickelsberg jedenfalls sind noch mehrere Basaltsäulen erhalten geblieben.


Quellen: Wilhelm Lebrecht Götzinger: Schandau und seine Umgebungen oder Beschreibung der sogenannten Sächsischen Schweiz. Nach der Originalausgabe von 1812 in der Berger’schen Buch- und Kunsthandlung Dresden


Wander- & Naturführer. Am Rande der Sächsischen Schweiz, herausgegeben von Peter Rölke