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Lohsdorf Landschaft erleben

Der Gickelsberg bei Lohsdorf


1.   
Einführung

Aus geologischer Sicht befindet sich Lohsdorf im Gebiet des Lausitzer Granodiorites. Dieser Granodiorit entstand vor mehr als 600 Millionen Jahren tief unter Erde in einer riesigen Magmenkammer. Sehr gut kann der bankige Lausitzer Grandodiorit im Steinbruch an der Straße nach Sebnitz in der Ortslage Lohsdorf betrachtet werden.

In der Umgebung des Ortes befinden sich jedoch auch Basaltberge, die die Landschaft hier maßgeblich prägen.


2.   
Basalt, Vulkanismus und Tektonik

An der Grenze zwischen der Kreidezeit und dem Tertiär (vor ca. 60 Millionen Jahren) begannen große tektonische Prozesse, die auch die Lausitz und das Elbsandsteingebirge betrafen.

Sehr starke Erdbeben verursachten tiefe Rissbildungen in der Erdkruste, so dass aus dem Oberen Mantel der  Erde basaltische Lava an die Erdoberfläche dringen konnte. Bekannte Beispiele hierfür sind der Stolpener Burgberg, der Löbauer Berg, die Landeskrone bei Görlitz oder der Große Winterberg.

Ein weiteres Ergebnis dieser tektonischen Prozesse ist die Lausitzer Überschiebung. Hier wurde der Lausitzer Granodiorit über die kreidezeitlichen Sandsteine des Elbsandsteingebirges geschoben.

3.   
Basalt und Lohsdorf

Auch in der Umgebung von Lohsdorf gab es 3 derartige Vulkanausbrüche: Der Gickelsberg ca. 1,3 m SSW (414 m ü. NN), Richters Steinberg ca. 1,2 m SW (371 m ü. NN) und der Hanken Hübel ca. 2,6 km S (330 m ü. NN). Das Landschaftsbild wird vor allem vom Gickelsberg geprägt, da er die Ortlage Lohsdorf (ca. 273 m ü. NN am Bahnhof) um mehr als 140 m deutlich überragt.


4.   
Der Basalt vom Gickelsberg

Der Ursprung des Namens „Gickelsberg“ ist bisher nicht eindeutig geklärt. Eine Herleitung GICKEL – KIKEL (bei GÖTZINGER, 1812) – KEGEL ist wegen der Kegelform des Berges möglich. Die Erklärung GICKEL – GUCKEN (als Aussichtspunkt) ist jedoch in der Lausitz ebenfalls üblich.

Das Basaltvorkommen am Gickelsberg ist fast kreisförmig und hat einen Radius von ca. 100 m. Es handelt sich hier um einen Vulkanschlot, der vor 25 Millionen Jahren entstand. Es wird angenommen, dass dieser kleine Vulkan auch Magmenbomben, Lavenströme, Tuffe und Ignimbrite (=Gluthauchwolken) ausgeworfen hat, allerdings sind diese Gesteine heute verwittert und vollständig abgetragen.

Der Basalt am Gickelsberg ist heute nur noch in einem kleinem Vorkommen unmittelbar nördlich der Bergspitze aufgeschlossen. Hier stehen noch einige typische fünf- und sechseckige Säulen in einem ehemaligen Steinbruch an. Diese Säulen sind ca. 45o nach Süden geneigt und weisen etwa alle 2 m horizontale Abbrüche auf.

Im Wald des Gickelsberges finden sich jedoch zahlreiche kleinere Blockfelder mit allen typischen Basaltformen:

  • feinkörniger Nephelinbasalt als Säulen und abgerollte Bruchstücke
  • Graupenbasalt als körniger und graupenförmig zerfallende Stücke
  • Schalen- oder Plattenbasalt als schalenförmige und plattige Stücke

Der Basalt besteht überwiegend aus sehr feinkörnigen Mineralen wie Alkalifeldspäten, Nephelinen, Augiten, Olivinen und vulkanischem Glas, die nur mittels spezieller Untersuchungsmethoden identifiziert werden können.

Nur selten können größere Minerale (bis zu 2 mm) gefunden werden:

  • Olivin (olivingrüne glänzende Minerale im frischen Bruch, sonst als braune Verwitterungsbildungen in Grübchen auf angewitterten Oberflächen)
  • Nathrolith (weißgraue meist körnige Minerale am frischen Bruch, sonst als graue Rest in Grübchen auf der angewitterten Oberfläche)

Mit ein wenig Glück können auch Xenolithe (Fremdgesteinseinschlüsse) gefunden werden. Typisch sind hier weißgraue Granodioritstücke.

Der Basalt vom Gickelsberg ist einigen Stellen stark magnetisch. Im Basalt findet sich das Mineral Magnetit lokal stark angereichert, so dass dieses Gestein die Kompassnadel beeinflussen kann. Dieses lässt sich einfach überprüfen – einen Kompass auf die Basaltstücke auflegen – bei einigen Basaltbrocken verändert die Kompassnadel ihre Ausrichtung um bis zu 45o.


5.   
Noch mehr Informationen zum Basalt

Am Gickelsberg wurde der Basalt als Werkstein abgebaut. Es existierten hier mindestens 2 Steinbrüche. Neben dem Steinbruch am Gipfel gab es weitere kleine Brüche, z.B. am südlichen Zugang. Der Basalt wurde aber auch als Lesestein aufgesammelt und genutzt.

Ein größerer Abbau ist für das Basaltvorkommen „Richters Steinberg“ ca. 700 m WNW des Gickelsbergs (KLEMM, 1893) belegt.

Die Basaltsäulen wurden wegen ihrer Härte und Verwitterungsbeständigkeit bevorzugt als Grundmauern, Grenzsteine, Ambosse oder Prellsteine an Hausecken genutzt.

Zahlreiche weiterführende Informationen zum Thema Basalt finden Sie in einer kleinen geologischen Dauerausstellung zu diesem Thema auf der Burg Stolpen. Die Entstehung des Basaltes, die Minerale im Basalt, die Forschungsgeschichte oder der tiefe Brunnen im Basalt werden hier an der Typuslokalität für alle Basalte weltweit in Stolpen erklärt.


6.   
Gold und Basalt und Lohsdorf

Die Chance im Basalt des Gickelsberges Gold zu finden ist gleich Null, es sei denn, hier wurde irgendwo ein Goldschatz vergraben.

Allerdings hatte da der Schwarzbach in Lohsdorf in der Vergangenheit einiges zu bieten. Reste der Goldgruben in Lohsdorf am Schwarzbach sind noch heute vorhanden und erkennbar. Nach SCHADE & BIRKE (2002) befand sich unterhalb des Schwarzweges die ehemalige Grube „Neuer Segen Gottes Erbstollen“. Leider ist die Quellenlage hierzu wenig erforscht, es ist aber wahrscheinlich, dass diese Goldgruben im 17. Jahrhundert oder eher angelegt wurden. Ob hier Gold in nennenswerten Mengen aus dem Felsgestein gewonnen wurde, ist nicht bekannt.

Im Schwarzbachtal gibt es innerhalb des Lausitzer Granodiorites einige Quarzitgänge und Pegmatite in denen sulfidische Minerale wie Pyrit (Eisenkies), Chalkopyrit (Kupfereisenkies), Sphalerit (Zinkblende), Galenit (Bleiglanz) u.a. schwach goldhaltig sind. Goldflitter sind im Schwarzbach demnach als Seifengold auch in Lohsdorf vorhanden. SCHADE & BIRKE (2002) beschreiben einen konkreten Versuch zum Goldwaschen im Schwarzbach – danach müssten 2 Personen minimal 4 Wochen lang, täglich 8 Stunden hier Gold waschen, um einen dünnen Ehering zusammen zu bekommen.


7.   
Literatur und Quellen

 GÖTZINGER, R. (1812): Schandau und seine Umgebungen, oder Beschreibung der Sächsischen Schweiz, Dresden.

KLEMM, G (1893): Geologische Spezialkarte des Königreiches Sachsen, Section Section Königstein-Hohnstein, Nr. 84, Leipzig.

KLEMM, G. (1893): Erläuterungen zur Geologische Spezialkarte des Königreiches Sachsen, Section Königstein-Hohnstein, Nr. 84, Leipzig.

PRESCHER, H. (1959): Geologie des Elbsandsteingebirges.- 187 S., Dresden und Leipzig, Verlag von Theodor Steinkopf.

SCHADE, M. & BIRKE, T. (2002): Gold im Lausitzer Bergland; Fundorte-Herkunft-Geschichte.- 121 S., GOLD-Museum Teuern.

SCHOLLE, T. & GAITZSCH, J. (2005 - 2006): Der Basalt von Stolpen und der tiefe Burgbrunnen.- Konzeption zur geologischen Dauerausstellung, 120 S.

SCHOLLE, T. (2008): Stolp(n)er Steine – Der Burgberg zu Stolpen.- S. 91 –100, Ausstellungskatalog „Die Erde knallt – Vulkane in Sachsen“, Museum der Westlausitz.

Vielen Dank an Herrn Thomas Scholle