38. Hohnsteiner Puppenspielfest
29. – 31. Mai 2026
Rückblick
40 Jahre Puppenspielfest – ein Jubiläum voller Freude und Begegnungen
Als sich am Samstagmorgen bereits die ersten Besucherinnen und Besucher um das Straßentheater versammelten und wenig später aus dem Zelt der Gebrüder Grimmig Musik, Gesang und fröhliche Stimmen durch die Stadt klangen, wurde schnell deutlich: Dieses Puppenspielfest würde ein besonderes werden. Noch bevor an einigen Stellen die letzten Vorbereitungen abgeschlossen waren, füllten sich die ersten Spielstätten. Hohnstein war aus seinem Dornröschenschlaf erwacht – mit einem Besucherandrang, der viele Beteiligte schon am ersten Festivaltag überraschte.
Vom 29. bis 31. Mai feierte das Hohnsteiner Puppenspielfest seine 38. Auflage und zugleich ein besonderes Jubiläum: Vor 40 Jahren wurde das Festival erstmals veranstaltet. Nach zwei pandemiebedingten Ausfällen blickt es heute auf vier Jahrzehnte zurück, in denen Generationen die Tradition des Puppen- und Figurentheaters in Hohnstein lebendig gehalten und stetig weiterentwickelt haben.
Ein Auftakt mit besonderer Bedeutung
Bereits die Eröffnungsveranstaltung am Freitagabend machte deutlich, dass dieses Jubiläum etwas Besonderes werden würde. Bürgermeister Daniel Brade begrüßte die Gäste. Anschließend erinnerte Thomas Hänsel, einer der Initiatoren des ersten Hohnsteiner Puppenspielfestes, an die Anfänge des Festivals.
Mit großer Freude wurde auch die traditionelle Eröffnungsrede von Rainer Krause erwartet, der – wie schon in vielen Jahren zuvor – gemeinsam mit seiner Handpuppe auf die Bühne trat und dafür begeisterten Applaus erhielt. Im Anschluss trug sich der langjährige Organisator in das Goldene Buch der Stadt Hohnstein ein und wurde zugleich als Schirmherr des Festivals vorgestellt. Darüber hinaus wurde die neue Festorganisation vorgestellt, die künftig die Planung und Durchführung des Hohnsteiner Puppenspielfestes verantwortet.
Das Eröffnungsstück „Sturzflug“ sorgte anschließend für Gesprächsstoff. Die Inszenierung zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig und überraschend modernes Figurentheater sein kann. Sie wurde unterschiedlich aufgenommen und regte das Publikum noch lange nach der Aufführung zum Austausch an. Einen „Sturzflug“ erlebte das Festival jedoch nicht – im Gegenteil: Das Jubiläumswochenende entwickelte entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten der vergangenen Jahre.
Internationale Vielfalt und neue Ideen
An neun Spielstätten präsentierten Künstlerinnen und Künstler aus Chile, Italien, Frankreich, Griechenland, Großbritannien und Deutschland ein abwechslungsreiches Programm. Traditionelles Puppenspiel traf auf moderne Formen des Figurentheaters, Musik, Tanz und Straßentheater. So zeigte das Jubiläumsfestival eindrucksvoll, wie vielfältig und lebendig diese Kunstform heute ist.
Ganz unterschiedliche Inszenierungen prägten das Wochenende. Während bei vielen Aufführungen gelacht, gesungen und mitgefiebert wurde, schlug das Ensemble aus Chile andere Töne an. Mit seinem Stück „El pueblito de Casicasi“ vermittelte Martín Muñoz Carriel auf kindgerechte Weise die Themen Umweltverschmutzung und Nachhaltigkeit. Auch die britische Künstlerin griff diese Botschaft auf und zeigte Figuren aus recycelten Materialien.
Das italienische Ensemble brachte mit Arlecchino eine der bekanntesten Figuren der italienischen Puppenspieltradition nach Hohnstein. Mit viel Witz, Tempo und direktem Kontakt zum Publikum wurden die Ursprünge dieser jahrhundertealten Theaterform lebendig und begeisterten die Besucherinnen und Besucher.
Die Stadt wurde zur Bühne
Besonders sichtbar wurde in diesem Jahr die Weiterentwicklung des Festivals. Erstmals ergänzten Straßentheater, Walkacts, Tanzperformances und Musik das Programm in größerem Umfang. Ziel war es, die historische Altstadt noch stärker in das Festival einzubeziehen und neue Räume für Begegnungen zu schaffen.
Wie gut dieses Konzept aufging, zeigte sich unter anderem beim griechischen Marionettentheater „As long as you live, shine“. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nahmen direkt auf der Rathausstraße Platz und verfolgten die Geschichte von Grandpa Haralampis, der mit seinem Grammophon und seiner Lebensfreude Jung und Alt gleichermaßen begeisterte.
Begünstigt vom überwiegend sonnigen Wetter entwickelten sich die Rathausstraße und der Rathaushof zwischen den Vorstellungen zu lebendigen Treffpunkten. Die historischen Puppenspielfestplakate luden zu einer Zeitreise durch 40 Jahre Festivalgeschichte ein und regten viele Gäste zum Erinnern und Austauschen an. Auch der beliebte Kuchenstand des Hortes Hohnstein war wieder fester Bestandteil des Festes und erfüllte den Wunsch vieler langjähriger Besucherinnen und Besucher.
Begegnungen, die in Erinnerung bleiben
Das 40-jährige Jubiläum war an vielen Stellen spürbar. Langjährige Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter sowie zahlreiche Gäste nutzten die Gelegenheit, Erinnerungen auszutauschen und gemeinsam auf die Geschichte des Hohnsteiner Puppenspielfestes zurückzublicken.
Besonders bewegend war die Begegnung mit einer Besucherin aus Jena, die früher selbst regelmäßig das Puppenspielfest besucht hatte und nun gemeinsam mit ihrem Enkel nach Hohnstein kam. Kaum etwas zeigt eindrucksvoller, wie sehr das Festival Generationen verbindet.
Auch die internationalen Künstlerinnen und Künstler fühlten sich in Hohnstein herzlich aufgenommen. Viele besuchten die Vorstellungen ihrer Kolleginnen und Kollegen, knüpften neue Kontakte und genossen die besondere Atmosphäre der historischen Altstadt. Immer wieder war zu hören, wie sehr die einzigartige Verbindung aus Puppenspiel, Burg, Felsenlandschaft und Gastfreundschaft geschätzt wurde.
Nach den Abendvorstellungen am Samstag klang der Tag in der Schnitzbude bei spontaner Livemusik, gemeinsamem Gesang und vielen Gesprächen aus. Künstler, Helferinnen und Helfer sowie Gäste ließen den Abend gemeinsam ausklingen – ein stimmungsvoller Moment, der die besondere Nähe und Herzlichkeit des Hohnsteiner Puppenspielfestes eindrucksvoll widerspiegelte.
Ein stimmungsvoller Abschluss des Jubiläumswochenendes
Der Sonntag begann etwas ruhiger und lud dazu ein, die besondere Atmosphäre des Festivals in aller Ruhe zu genießen. In der Stadtkirche sorgten Musik, Jazz und Figurentheater für besondere Momente, bevor sich die Spielstätten im Laufe des Tages erneut mit Leben füllten.
Im Rathaushof überraschten Studierende mit Gesang, Tanz und Rhythmus und überbrachten dem Hohnsteiner Puppenspielfest auf kreative Weise ihre Glückwünsche zum 40-jährigen Jubiläum. Über das gesamte Wochenende hinweg zeigte sich immer wieder, dass Puppenspiel Menschen jeden Alters begeistert. Nicht nur Kinder ließen sich von den Geschichten mitreißen – auch Erwachsene fanden sich in vielen Inszenierungen wieder.
Ein bewegender Höhepunkt folgte am späten Sonntagnachmittag am Rathaus. Die französischen „Les Vovós“ begeisterten mit ihren lebensgroßen Figuren und einem mitreißenden DJ-Set. Schon nach wenigen Minuten wurde getanzt, gelacht und gemeinsam gefeiert. Kinder, Eltern, Großeltern und sogar einige der teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler ließen sich anstecken und machten den Festivalabschluss zu einem generationsübergreifenden Fest voller Lebensfreude.
Ein Jubiläum, das in Erinnerung bleibt
Mit dem großen Besucherzuspruch zählt das Jubiläumsfestival zu den erfolgreichsten Ausgaben der vergangenen Jahre. Das Wagnis, neue Wege zu gehen und die Stadt noch stärker in das Festival einzubeziehen, hat sich ausgezahlt. Noch wichtiger als alle Zahlen war jedoch die Atmosphäre, die während des gesamten Wochenendes spürbar war: volle Spielstätten, belebte Straßen, internationale Begegnungen und eine Stadt, die drei Tage lang ganz im Zeichen des Puppenspiels stand.
Auch die Rückmeldungen der teilnehmenden Ensembles fielen durchweg positiv aus. Gelobt wurden die herzliche Gastfreundschaft, die gute Organisation und die besondere Atmosphäre Hohnsteins. Ein Künstler brachte es nach dem Festival treffend auf den Punkt:
„Hut ab für die ganze Organisation. Das gibt es nicht in vielen Städten, dass die Verwaltung die Ausrichtung einer solchen Veranstaltung selbst in die Hand nimmt.“ – Rückmeldung eines teilnehmenden Künstlers
Ein herzliches Dankeschön
Ein solches Festival lebt vom Engagement vieler Menschen. Unser herzlicher Dank gilt allen Künstlerinnen und Künstlern, den ehrenamtlichen Spielstättenverantwortlichen unter der Leitung von Timo Anders, dem Traditionsverein Hohnsteiner Kasper e. V., Rainer Krause und Ellen Rasche, den Mitarbeitern des Bauhofs und der Stadtverwaltung, der Tourismusförderungsgesellschaft Hohnstein, dem Hort Hohnstein mit seinem beliebten Kuchenstand, Nicolle Erbert-Taube sowie den zahlreichen Helferinnen und Helfern, die mit ihrem Einsatz zum Gelingen des Jubiläums beigetragen haben.
Ebenso danken wir unseren Sponsoren und Unterstützern, die das 38. Hohnsteiner Puppenspielfest ermöglicht haben.
Vierzig Jahre nach seiner Premiere hat das Hohnsteiner Puppenspielfest einmal mehr gezeigt, dass es weit mehr ist als eine Veranstaltungsreihe. Es ist ein Ort der Begegnung, der Kultur und des Miteinanders – und wir freuen uns schon heute darauf, diese Geschichte gemeinsam fortzuschreiben.
39. Hohnsteiner Puppenspielfest – 28. bis 30. Mai 2027

Bis bald in Hohnstein! Seid dabei, wenn sich in schönster Kulisse die Vorhänge für das 39. Hohnsteiner Puppenspielfest öffnen. Wir können es schon jetzt kaum erwarten und freuen uns auf ein Wiedersehen! Tri, Tra, Trallala!




























